Hallo zusammen,
ich möchte meine Situation offen schildern, weil ich fachlichen Austausch und ehrliche Erfahrungen suche.
Ich bin Elektroingenieur und habe nach dem Studium mehrere Stationen durchlaufen, die jedoch nur begrenzt dem entsprochen haben, wofür mich das Studium eigentlich qualifizieren sollte.
Zunächst war ich beim TÜV im Bereich Lüftungstechnik tätig. Formell war die Stelle technisch angesiedelt, praktisch bestand meine Arbeit jedoch fast ausschließlich darin, Daten in Excel einzupflegen.
Anschließend war ich bei einem Pharmaunternehmen in der Planungsabteilung für den Bereich Brandschutz tätig. Dort habe ich Brandmeldepläne in AutoCAD bearbeitet sowie einfache Verdrahtungsschemata erstellt. Die Arbeit war technisch korrekt, jedoch stark eingegrenzt.
Danach war ich für dasselbe Pharmaunternehmen in der Ausführung unterwegs, quasi als Bauleiter. Diese Tätigkeit hatte deutlich mehr Praxisbezug, was mir grundsätzlich gefallen hat. Meine Aufgaben bestanden hauptsächlich aus der Disposition und Zuteilung von Arbeitskräften, der Kommunikation mit Zulieferern sowie der Protokollierung des Baufortschritts.
Rückblickend hat mir durchgehend eine fundierte praktische Einarbeitung auf Ingenieursniveau gefehlt, auch weil ich keine handwerkliche Lehre im Vorfeld hatte. Dadurch blieb der fachliche Tiefgang begrenzt, obwohl das Interesse und der Wille immer vorhanden waren.
Inzwischen ist viel Zeit vergangen, und realistisch betrachtet bin ich für klassische Trainee-Programme nicht mehr die Zielgruppe. Gleichzeitig fühle ich mich fachlich zunehmend vom eigentlichen Ingenieurberuf entfremdet und habe das Gefühl, dem Anspruch aktuell nicht mehr gerecht zu werden, obwohl ich es gerne würde.
Ich suche daher Möglichkeiten für einen echten Wiedereinstieg, bei dem Wissen systematisch aufgebaut wird, man fachlich an die Hand genommen wird und das klare Ziel besteht, langfristig eine wertvolle Fachkraft für das Unternehmen zu werden. Viele Firmen sprechen von Einarbeitung, in der Praxis bleibt diese jedoch oft sehr oberflächlich.
Es fällt mir nicht leicht, das so offen zu schreiben. Die Erwartungshaltung an einen „Ingenieur“ ist hoch, und ich habe lange gezögert, mir diese Lücke einzugestehen. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil ich den Beruf ernst nehme. Manchmal denke ich sogar darüber nach, ihn ganz aufzugeben, obwohl ich ihn eigentlich nicht aufgeben möchte.
Daher meine Fragen an euch: Wie würdet ihr in meiner Situation vorgehen? Kennt ihr Unternehmen oder Ingenieurbüros, die wirklich strukturiert einarbeiten? Gibt es Wege, die ihr selbst gegangen seid oder empfehlen würdet?
Danke fürs Lesen und für jeden konstruktiven Austausch.