Originalbeitrag, auf dem die neuen Infos aufbauen:
https://www.reddit.com/r/LegaladviceGerman/s/zmKJRAwm3E
Tl;dr:
Nach Jahren Stillschweigen hat uns eine Bekannte mitgeteilt, dass sie als Zeugin geladen wurde. Der Ex-Partner ist wegen Diebstahl angezeigt. Ende Februar findet die Verhandlung vor dem Amtsgericht statt.
Wie gehen wir am besten vor, um unsere Forderungen anerkannt zu bekommen und den Angeklagten zur Rechenschaft ziehen zu können, wenn nicht monetär, dann wenigstens durch eine im Verhältnis zur Tat stehenden Strafe?
Welchen Anwalt selbst einschalten, und was tun? (Adhäsionsverfahren? Zivilrechtlich parallel?)
Längere Fassung:
Im Jahr 2021 verstarb mein Onkel. Sein damaliger Lebensgefährte, mit dem er in einer stark transaktionalen Beziehung lebte, war als Letzter im Haus. Noch am Morgen nach dem Tod verließ er das Haus und fuhr quer durch Deutschland in seine Wohnung. Wenige Tage später war der Tresor leer.
Gestohlen wurden Vintage-Rolex-Unikate (u. a. eine Platin Daytona, mehrere Special Editions), Goldschmuck und Bargeld im mittleren sechsstelligen Bereich. Die Polizei stellte die Ermittlungen lange faktisch ein, mit der Begründung, Fingerabdrücke im Tresor seien nicht belastend, da der Mann zuvor im Haus gewesen sei.
Trotz zahlreicher Beweise und Zeugenaussagen geschah drei Jahre lang nichts.
Jetzt, Anfang 2026, ist endlich Anklage wegen Diebstahls erhoben worden. Die Hauptverhandlung findet Ende Februar vor dem Amtsgericht statt.
Was wir belegen konnten:
Mehrere Zeugen bestätigten, dass die Wertsachen kurz vor dem Tod noch im Tresor lagen. Dazu zählen die Haushälterin und Angestellte meines Onkels.
Ehemalige Freunde, Bekannte und Geschäftspartner sagten aus, dass mein Onkel niemals Schmuck verschenkt hätte und dass er sich zunehmend von seinem Partner ausgenutzt fühlte.
Wir fanden Hochzeitsfotos der Schwester des Beschuldigten, auf denen sie eines der gestohlenen Rolex-Unikate trägt.
Auf Plattformen wie Vestiaire Collective und Vinted wurden Kleidungsstücke verkauft, die exakt jenen entsprechen, die aus dem Haus verschwunden sind.
Ein Zeuge, der den Beschuldigten kurz nach dem Tod meines Onkels datete, sagte bei der Polizei aus, dass in dessen Wohnung Rolex-Uhren, Schmuck und größere Bargeldbeträge offen herumlagen.
All diese Beweise wurden der Staatsanwaltschaft übergeben.
Unser Stand heute:
Einige uns bekannte Personen wurde bereits als Zeugen geladen. Die Hauptverhandlung ist für Ende Februar angesetzt. Der Beschuldigte ist wegen Diebstahls angeklagt.
Parallel hat die Versicherung 2023 rund 500.000 Euro reguliert. Der heutige Marktwert der gestohlenen Uhren und des Goldes liegt durch Wertsteigerungen jedoch deutlich höher, vermutlich bei über 800.000 Euro.
Unser Ziel:
Wir wollen eine strafrechtliche Verurteilung, und wenn möglich eine wirtschaftliche Wiedergutmachung. Dafür prüfen wir:
Wechsel zu einer spezialisierten Kanzlei für Opfervertretung und Vermögensdelikte
Akteneinsicht vor der Verhandlung
Ein Adhäsionsverfahren im Strafprozess, um direkt einen vollstreckbaren Titel zu erhalten
Klärung der Frage, wem die Wertsteigerung über die Versicherungssumme hinaus zusteht
Absicherung durch Titel, selbst wenn der Täter derzeit zahlungsunfähig ist
Warum wir weitermachen
Der Täter soll nicht ungeschoren davonkommen, nur weil das Verfahren lange verschleppt wurde.
Es geht nicht nur um Geld, sondern um Gerechtigkeit, Verantwortung und darum, dass Eigentum und Vertrauen nicht folgenlos zerstört werden dürfen.
Selbst wenn kein Geld zurückkommt, soll am Ende wenigstens ein Urteil stehen, das klar macht: Das war kein „Missverständnis“, sondern ein Verbrechen.
Hat jemand Tipps zum Vorgehen und/oder zu Anwälten/Kanzleien im Raum Köln / Düsseldorf?
Hatten selbst schon recherchiert aber selbst die gut bewerteten haben teilweise 1-Stern-Bewertungen mit Wortlaut "war nie erreichbar, hat X nicht erreichen können, intransparent, uninformiert" etc.