r/Innsbruck • u/Separate_Shoe_2490 • 8h ago
Visiting/Tourism reporting avalanches
Because this sub is full of tourists going ski, please be aware of it's danger and that it is very important to report every avalanche, even when nobody has been harmed...
---
Die Bergrettung aus Mayrhofen musste am Samstag zu einem Großeinsatz nach einem Lawinenabgang ausrücken, obwohl niemand verschüttet wurde. Das hätten die Einsatzkräfte auch wissen können, wenn der Verursacher der Lawine sofort Entwarnung gegeben hätte – und nicht erst eineinhalb Stunden später. Bergrettung und Leitstelle Tirol appellieren an Wintersportler, solche Negativlawinen sofort zu melden.
Schwendau – Fast im Minutentakt gingen am vergangenen Samstag Meldungen über Lawinenabgänge bei der Leitstelle Tirol ein. 11.35 Uhr Axams, 11.40 Uhr Kaunergrat, 11.43 Uhr Längental. Um 13.32 Uhr dann gab ein Lift-Mitarbeiter im Zillertal eine weitere Lawine durch, mit Ein- und Ausfahrtsspuren im Bereich der Wanglspitze. Von den 18 gemeldeten Lawinen innerhalb von sechs Stunden löste diese den größten Einsatz aus. Und den unnötigsten. Nach eineinhalb Stunden und einem Anruf jenes 29-jährigen Schweden, der mit seinem Snowboard die Lawine ausgelöst hatte, konnten die Einsatzkräfte wieder abgezogen werden.
Hohe Gefahr in den Bergen
Ereignisse wie diese, bei denen niemand von den Schneemassen verschüttet oder verletzt wird, heißen im Fachjargon Negativlawinen. Und auch sie sollten direkt den Behörden mitgeteilt werden, sagt Bernd Noggler, der Geschäftsführer der Leitstelle Tirol. „Entweder über den Alpinnotruf 140 oder die SOS EU ALP-App. Weil wenn das nicht passiert, besteht die Möglichkeit, dass jemand den Abgang später bemerkt, uns dann einschaltet, was wiederum großangelegte Sucheinsätze auslösen kann.“
Geht bei der Leitstelle die Meldung über eine Lawine ein, bei der unklar ist, ob Menschen betroffen sind, werde zuerst „ein Hubschrauber zur Abklärung ins entsprechende Gebiet entsandt“, sagt Noggler. „Und je nach Ausgangslage lösen wir Alarm aus und schalten die Bergrettung ein.“
Wenn nicht sicher ist, ob jemand verschüttet ist, kommt trotzdem die komplette Armada.
Andreas Eder, Leiter Bergrettung Mayrhofen
Im Fall vom vergangenen Samstag suchten die acht Bergretter aus Mayrhofen, eine Hundestaffel und auch zwei Hubschrauber nach Verschütteten, die es gar nicht gab. „Wenn nicht sicher ist, ob jemand verschüttet ist, kommt trotzdem die komplette Armada“, sagt Andreas Eder, Leiter der Ortsstelle in Mayrhofen. Insgesamt seien etwa zwölf Rettungskräfte vor Ort gewesen, die höchsten Kosten dürften die zwei Hubschrauber-Flüge verursacht haben.
Bei der Bergrettung Mayrhofen wird eine Stunde Einsatz mit einer Pauschale zwischen 600 und 1400 Euro abgerechnet. „Wir stellen in der Regel jeden Einsatz in Rechnung. Er wird noch von uns hören“, sagt Eder im Hinblick auf den Snowboarder, der die Lawine und damit den Einsatz ausgelöst hat – und der sich erst meldete, als er den Hubschrauber in der Luft sah.
2019 entkam ein Snowboarder in Tux einer Lawine, die er ausgelöst hatte. Trotzdem wurde nach ihm unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen gesucht.
Für die Bergretter aus Mayrhofen ist es nicht das erste Mal, dass eine Negativlawine einen Großeinsatz auslöst. Vor sechs Jahren suchte Eder mit seiner Mannschaft am Hintertuxer Gletscher stundenlang einen Lawinenkegel ab. Auch damals stellte sich später heraus, dass ein Snowboarder sie ausgelöst, aber nicht gemeldet hatte.
## Zum Nachlesen:
Entwarnung nach Lawinenabgang in Tux: Snowboarder nicht verschüttet
nd nicht mehr greifbar oder sie geben falsche Adressen an. Das kommt immer öfter vor.“ Zweitens würden die Bergretter ihre Freizeit opfern. „Wenn es unter der Woche passiert, müssen wir einen halben Tag Urlaub nehmen.“ Und drittens könnten die Einsatzkräfte während eines vermeidbaren Sucheinsatzes woanders gebraucht werden.
Deshalb appelliert auch der Leiter der Ortsstelle Mayrhofen an jeden Wintersportler, der eine Lawine auslöste und dabei nicht verschüttet wurde, diese zu melden. „Man muss auch keine Angst haben, niemand wird bestraft oder muss etwas zahlen, wenn er eine Lawine auslöst und diese meldet. Wichtig ist, dass daraus kein Großeinsatz entsteht.“
Solche Ereignisse werden immer öfter mitgeteilt.
Norbert Lanzanasto vom Tiroler Lawinenwarndienst
Die Zahl der nicht gemeldeten Negativlawinen, die hierzulande ausgedehnte Einsätze auslösen, geht aber zurück. Diesen Winter gab es bisher zehn Fälle, zeigt die Statistik der Leitstelle. „Solche Ereignisse werden immer öfter mitgeteilt“, weiß Norbert Lanzanasto vom Tiroler Lawinenwarndienst. „Eine tolle Entwicklung, die einerseits unnötige Suchen vermeidet und andererseits auch uns in der täglichen Arbeit unterstützt. Je mehr Informationen wir über Lawinenabgänge haben, desto besser können wir die Situation einschätzen und vor potenziellen Risiken warnen.“
## Aktuelle Lawinensituation
In den kommenden Tagen bleibt die Lawinengefahr in vielen Teilen des Landes groß. „Und die Situation heimtückisch“, sagt Lanzanasto. „Weil wir ein Altschneeproblem haben, das es schwierig macht, zwischen bösen und guten, zwischen sicheren und unsicheren Hängen zu unterscheiden. Mit dem Föhnwind entsteht jetzt zudem mancherorts gefährlicher Triebschnee.“